räume für notizen | rooms for notes 2020

Fotogalerie

Fotos: Giovanni Fontana, Christoph Theiler, Günter Vallaster

Plakat- und Flyermotiv: wechselstrom (Renate Pittroff und Christoph Theiler): fluid control

räume für notizen | rooms for notes | visuelle, digitale & transmediale poesie
27.01.2020 – 13.02.2020

mo 27.1.2020, 19.00 | alte schmiede
giovanni fontana (I) | harald gsaller (A) | joachim montessuis (F)

di 28.1.2020, 19.00 | galerie wechselstrom / kunsttankstelle ottakring
vernissage mit anne-james chaton (F) | fritz widhalm (A)

Eröffnung der Ausstellungen „räume für notizen | rooms for notes“ mit Exponaten von allen Festival-Mitwirkenden sowie von KARINE BLANCHE (Paris/Wien), GERHILD EBEL (Halle a. d. Saale) und ANATOL KNOTEK (Wien) und „transmedial art books & zines“ mit Astrid Jahns, Das fröhliche Wohnzimmer-Edition, δ delta – revue internationale pour la poésie nouvelle (Shin Tanabe), dive buki – ENTER, edition ch, flugschrift, Freibord (Gerhard Jaschke), Gerhild Ebel, Happy Potato Press, Imago Mundi Visual Poetry in Europe, Jürgen O. Olbrich NO INSTITUTE, Klever Verlag, Kunsttempel Kassel (Friedrich W. Block), Lisa Spalt – IPA, Long Distance Press, Max Christian Graeff, queenZine (United Queendoms), Ritter Verlag, wechselstrom u.v.m.

do 30.1.2020, 19.00 | alte schmiede
heike fiedler (CH) | richard kitta (SK) | wechselstrom (renate pittroff & christoph theiler) (A)

do 13.2.2020, 19.00 | galerie wechselstrom / kunsttankstelle ottakring
finissage mit swantje lichtenstein (D) | marc matter (CH) | jopa jotakin (A)

28.1.2020 – 13.2.2020 – ausstellungen:
transmedial art books & zines
galerie wechselstrom & alte schmiede – galerie der literaturzeitschriften
räume für notizen | rooms for notes
beiträge der festivalteilnehmer/innen, galerie wechselstrom

kur.: renate pittroff | christoph theiler | jörg piringer | günter vallaster

alte schmiede | schönlaterngasse 9 | 1010 wien | www.alte-schmiede.at
galerie der literaturzeitschriften: mo – fr 14.00 – 18.30
galerie wechselstrom | grundsteingasse 44 | 1160 wien | www.wechsel-strom.net
mi – sa 16.00 – 20.00
kunsttankstelle ottakring | grundsteingasse 45-47 | 1160 wien |
www.kunsttankstelleottakring.at

Festivalprogramm

Alte Schmiede – Literarisches Quartier, Literaturprogramm Januar/Februar 2020 (siehe auch galerie wechselstrom und Katalog räume für notizen | rooms for notes, Wien: edition ch, 2016)

In der Reihe „Raum für Notizen“ der Wiener Autor/innen-Edition CH, hg. von Günter Vallaster, erscheinen seit 2006 Konzeptanthologien, die visuelle, digitale und transmediale Poesie aus zahlreichen Ländern versammeln und in einen transkulturellen Polylog treten lassen. Ebenso bietet die galerie wechselstrom von Renate Pittroff und Christoph Theiler der internationalen transmedialen Kunst Raum für zahlreiche Ausstellungen, Lesungen, Performances und Konzerte. Aus diesen sich ergänzenden Komponenten wurde in Zusammenarbeit mit dem Medienkünstler jörg piringer das Festival „räume für notizen | rooms for notes“ entwickelt, bei dem bereits 2014 und 2016 transmediale Poesie mit Mitwirkenden aus Japan, Norwegen, Russland, Spanien, Ungarn, den USA, Deutschland und Österreich präsentiert werden konnte. 2020 wird der europa- und weltweite Kontext um Frankreich, Italien, die Schweiz und die Slowakei erweitert. Zu den Live-Performances werden in der galerie wechselstrom die Ausstellungen „rooms for notes“ mit visuell-poetischen Exponaten von allen Festival-Mitwirkenden sowie zusätzlich auch in der Galerie der Literaturzeitschriften „transmedial art books & zines“ mit Das fröhliche Wohnzimmer-Edition, Edition CH, ENTER (Košice), NO INSTITUTE (Jürgen O. Olbrich), queenZine (United Queendoms) und weiteren visuell-poetischen Editionen stattfinden.

27.1.20 – räume für notizen | rooms for notes IX

GIOVANNI FONTANA (Frosinone) präsentiert „SEIREN“: Der Sound-Poet ist Urheber und Darsteller der Hyperpoetry. Durch eine andere Konzeption der Materialität der Sprache, die von der Stimme unterstützt wird, erweitert er die Grenzen der Poesie und löst sie zugleich auf. Mit Sound-Energie durchläuft der poetische Text permanente Reorganisierungsprozesse und wird einer laufenden plastischen Modellierung unterzogen. Mit Bezug auf die „genotypische“ Struktur der Partitur und die evolutionären Phasen der Sound-Handlung erreicht das Gedicht die Dimension der epigenetischen Poesie. „Hundun“ von HARALD GSALLER (Wien) bezieht sich auf Zhuangzis berühmte Hundun-Geschichte. Hundun steht in China für das uranfängliche, noch vor der Schöpfung herrschende Chaos. – Die 10.000 Dinge der einmal geschaffenen Welt zeigen eine andere Ordnung, die anhand einiger (in Mawangdui gefundener?) Grafiken, den sogenannten „Tafeln der 10000“ [Dinge], eine Art „Setzkastensystem“, erschlossen wird. – Angeblich gäbe es nichts zwischen Himmel und Mensch und Erde, das sich beim Lesen/Schauen dieser Tafeln nicht fände. In der Performance „VOCAL CODES – psychotropic vocal and noise poetry action: voice + wireless sensor + computer“ von JOACHIM MONTESSUIS (Paris) kollidiert die Dynamik von Stimmtransformationen mit einigen noch nicht gehörten Extremen. Vocal Codes ist eine wilde Aktion der Vokaldichtung, die von der Stille bis zu einer Wand aus intensiven Energieexplosionen reicht, die auf mehrere Lautsprecher verteilt sind. Die Live-Aktion bewegt sich zwischen experimenteller Klangpoesie, elektronischer Geräuschmusik und drahtlosen experimentellen Gestengeräten, die als neue Instrumente für Klang und musikalischen Ausdruck erforscht werden.
Moderation: jörg piringer

28.1.20 – räume für notizen | rooms for notes X

ANNE-JAMES CHATON (Paris/Besançon) präsentiert sein neues Solo-Projekt „Some Songs“. „ich sage gerne und und und“ von FRITZ WIDHALM (Wien) ist eine „text-sound-bild-collage mit fritz und vielen und, und, und, so weiter: die zwar die welt umarmen will, so fort: doch liebend gerne mit etwas distanz“.
Moderation: Renate Pittroff, Christoph Theiler
30.1.20 – räume für notizen | rooms for notes XI

„rasTend“ von HEIKE FIEDLER (Genf) ist eine audiovisuelle, transmediale Performance. Im Zusammenspiel von Text, Bild und Ton steht die Dimension der Zeit im Vordergrund, t. Rasend oder rastend, tastend auf das Ende zu: taste. Schreiben als Experiment, schreien translingual, das Werden im Ephemeren der Spur. In between, everything. May happen, bien sûr. Die brandneue Serie „Next: Poetry objects” von RICHARD KITTA (Košice) spiegelt die Herangehensweise des Autors wider, die bei der Betrachtung der geschriebenen Textfeldstrukturen die besonderen Verknüpfungen zwischen Visualisierung und Materialisierung von Poesiedaten sucht. Richard Kitta führt uns in seine poetische Welt der digitalen Bilder und physischen Objekte ein, die den Horizont für eine Cybersemantik öffnen, die eng mit unseren eigenen Emotionen verbunden ist. Diese Gedichtobjekte sind dazu bestimmt, wahrgenommen oder nur gestohlen zu werden (!). WECHSELSTROM (RENATE PITTROFF & CHRISTOPH THEILER) (Wien) lassen in ihrem „Klagelied einer Reiseschreibmaschine“ Hits und Songs erklingen, die mit dem Sensorium von Schreibmaschinen, Stiften und Tintenfüllern gehört werden. Die Klangreise beginnt bei Einzelzeichen, Leer- und Rückschritttaste, formt Silbenketten und führt in die tiefenpsychologischen Regionen der Analogtechnik. Spuren, Sedimente und Fußabdrücke vergangener Technik im digitalen Zeitalter.
Moderation: Günter Vallaster

13.2.20 – räume für notizen | rooms for notes XII

Die polyphone Text-Sound-Performance „MY EYES WHITE“ von SWANTJE LICHTENSTEIN (Köln) basiert auf einem poetischen System, das auf der digitalen Transformation von Text, Stimmaufnahmen, Geschichten, Geplapper, gefundenen und erfundenen Sätzen beruht, die sich am Klang der Sprache orientieren, anhand elektronischer Rhythmisierung, Vokalimprovisation sowie den elektroakustischen Extensionen des literalen Sinns der Sprache. Die Text-Sound-Arbeit beinhaltet Geschichte*n, Gedichte, Gespräche und fließen durch eine transmediale Verbindung von Video, Wort und Audio performativ durch den Raum. Bei „Could Change“ von MARC MATTER (Bad Säckingen) entstehen aus gesampleten Sprachfragmenten entstehen serielle Wortkompositionen. Die Textfragmente stammen aus Nachrichten-Schlagzeilen und Werbung. Eine Suche nach neuen sprachlichen Verbindungen und semantischen Kollisionen, sowie um die Musikalität des Sprechens. JOPA JOTAKIN (Wien) räumt in „notizen vom räumen – eine art inventur“ „kopf und bauch auf, weil sonst das abendessen gestrichen wird. stattdessen streicht er lieber die wände seiner körperhallen und kocht eh selbst. was er dabei zu tage fördert, wie lange die ordnung hält und ob es überhaupt eine gibt ist unklar, aber finden wir es heraus! notfalls können wir immer noch den mantel des sprechens darüber breiten, falls dieser nicht bereits entsorgt wurde“.
Moderation: Renate Pittroff, Christoph Theiler

Günter Vallaster, jörg piringer
Beschreibung der Auftritte durch die Mitwirkenden
(Alte Schmiede Literarisches Quartier/Literaturprogramm
Januar, Februar 2020 und galerie wechselstrom, räume für notizen
http://www.wechsel-strom.net/raeume20.html)

Ausstellung „räume für notizen | rooms for notes“ 2020

rooms for notes
galerie wechselstrom, 28.1.2020 – 13.2.2020

transmedial art book & zines
galerie wechselstrom & alte schmiede – galerie der literaturzeitschriften, 28.1.2020 – 13.2.2020

Alte Schmiede

transmedial art book & zines in der Alten Schmiede – Galerie der Literaturzeitschriften

Ausstellung in der galerie wechselstrom 28.1. – 13.2.2020

Mit Exponaten von allen Festivalmitwirkenden sowie von Karine Blanche, Gerhild Ebel und Anatol Knotek.

Giovanni Fontana, galerie wechselstrom

Giovanni Fontana mit Sarenco (Hg.): Visual Poetry in Europe. Imago Mundi – Luciano Benetton Collection. Crocetta del Montello: Antiga Edizioni 2016. 

galerie wechselstrom

transmedial art book & zines in der galerie wechselstrom

galerie wechselstrom

jörg piringer: vokál und darkvoice, ENTER – New Poetry Forms (Košice), LeseLenz: Gedichte/Poems und Milan Adamčiak, Archiv II, konkrétna poézia 1964 – 1972

galerie wechselstrom
galerie wechselstrom
galerie wechselstrom

Kurzbiographien

Anne-James Chaton
ist ein französischer Sound Poet und Künstler. Seine Arbeit basiert auf einer genauen Untersuchung der Textmaterialien, die den Alltag der heutigen Gesellschaft ausmachen. Sein poetisches und klangvolles Schreiben entwickelte sich in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern aus verschiedenen Szenen wie dem englischen Gitarristen Andy Moor von The Ex, dem deutschen Künstler Carsten Nicolaï alias Alva Noto oder dem Gitarristen und Sänger der amerikanischen Gruppe Sonic Youth Thurston Moore.
www.annejameschaton.org

Heike Fiedler
(D/CH), aufgewachsen in Düsseldorf, lebt und arbeitet in Genf. Autorin, Bild- und Lautpoetin. Sie arbeitet intermedial, zwischen den Sprachen. Seit 2004 intensive Teilnahme an internationalen Poesiefestivals in Europa und auf anderen Kontinenten. Publikationen in Anthologien, Fachliteratur, Literaturzeitschriften, auf CDs, im Internet, drei eigene Bücher, ein erster Roman erscheint im Frühjahr 2020.
www.realtimepoem.com/

Giovanni Fontana
Sound-Poet und visueller Poet, Performer, nennt sich selbst Polyartist. Er beschäftigt sich seit 50 Jahren mit Multicode-Sprachen, Intermedia-Techniken und Synästhesien. Mit Interesse an den Beziehungen zwischen den Kunstrichtungen fortgesetzte Erforschung, die viele Grenzen überschreitet und Verschmelzungen aktiviert, ausgehend von „phono-visuellen“ poetischen Matrices. www.epigeneticpoetry.altervista.org/

Harald Gsaller
geb. 1960 in Lienz. Studium der Chemie/Physik an der Kepler-Uni Linz. Lebt und arbeitet in Wien. Bildender Künstler und Autor. Das Recherchieren der Relationen von Text, Körper und visueller Kultur (im Westen und im chinesischen Daoismus) ist inhaltlicher und formaler Ausgangspunkt seiner Arbeiten/Lecture Performances (zuletzt: 2019 Zhang Sanfeng, Loyola University, LA) www.haraldgsaller.at

jopa jotakin
geb. 1986, wien bestandteil des kulturvereins einbaumöbel und der performancegruppe Grillhendl Rotation Crew. mitglied der grazer autorinnen autorenversammlung. zuletzt erschienen: tulee jos on tullaksee. mit bildern von ilse kilic und fritz widhalm. wohnzimmers buntes lyrikheft 13. edition das fröhliche wohnzimmer-edition, wien 2017. www.jopa-jotakin.at

Richard Kitta
geb. 1979 in Košice (Slowakei) ist Multimedia-Künstler, Poet, Kulturaktivist. Er steht hinter verschiedenen künstlerischen Projekten wie DIG gallery, ENTER und Kotolňa und ist Mitbegründer des Europäischen Hauses der Poesie Košice sowie des NPF-Festivals. Er arbeitet als Dozent an der Philosophischen Fakultät in Košice, Slowakei. https://monoskop.org/DIG_Gallery , www.divebuki.sk/en/enter-magazine und
http://science.dennikn.sk/kto-je-kto-v-slovenskej-vede/osobnosti/veda-a-vyskum/4447-richard-kitta

Swantje Lichtenstein
Poetin, Künstlerin, Professorin. Arbeitet mit transtextuellen, performativen Erweiterungen der Sprache, untersucht elektroakustische und konzeptuelle Aufnahmetechniken aus einer transmedialen, intersektionalen, feministischen Perspektive. Zuletzt: Rolling Eyes Glossar, Düsseldorf 2019, Hallraum, Casette, The Tapeworm #114, 2019 (mit Jono Podmore), www.swantjelichtenstein.de

Marc Matter
geb. 1974, lebt in Bad Säckingen, forschender Künstler, Dozent und Autor, Gründungsmitglied ‹Institut für Feinmotorik› und ‹The Durian Brothers›, Studium KHM, Köln, Mitarbeit im Salon des Amateurs. Seit 2010 Dozent für künstlerische Texte, Institut für Musik und Medien, Düsseldorf. www.rsh-duesseldorf.de/institute/institut-fuer-musik-und-medien/lehrende-mitarbeitende/matter-marc

Joachim Montessuis
In Paris lebender französischer Künstler und Dichter. Er entwickelt eine experimentelle, konzeptuelle und kontextuelle Praxis und Forschung, die Verbindungen zwischen tiefer Metaphysik, Physik, Poesie und Musik seit Anfang der 90er Jahre beinhaltet, und hat seine Arbeiten an vielen Orten und auf Festivals auf der ganzen Welt gezeigt. Er ist Mitbegründer des Phonon_lab am HEAR (Haute école des Arts du Rhin in Straßburg), das sich der experimentellen Klangkunst und der freien Philosophie widmet. Er erfand die Wiimote, arbeitete aber nie für Nintendo und leitet seit 1993 das experimentelle Noise- / Poesielabel Erratum Musical. Sein nächstes Buch „Art and Solipsism“ erscheint 2020. www.autopoiese.org und http://erratum.org

jörg piringer
geb. 1974, lebt in wien. ist mitglied des instituts für transakustische forschung und des gemüseorchesters. arbeitet in den lücken zwischen sprachkunst, musik, performance und poetischer software. zuletzt: datenpoesie (ritter verlag 2018)
http://joerg.piringer.net

Günter Vallaster
geb. 1968 in Schruns/Vbg., lebt in Wien. Autor und seit 2004 Herausgeber der edition ch. Zuletzt: Jukebox. Mit Zeichnungen von Fritz Widhalm und Ilse Kilic (Das fröhliche Wohnzimmer – wohnzimmers buntes lyrikheft 11, 2016).
www.guenter-vallaster.net 

wechselstrom
wurde von Christoph Theiler und Renate Pittroff 2004 gegründet uns ist im 16. Bezirk Wiens beheimatet. Dort befindet sich auch der off space „galerie wechselstrom“, der als Arbeitsraum und temporärer Ausstellungs- und Performanceraum betrieben wird. Neben Arbeiten für Theater und Hörspiel sind wechselstrom im Bereich Klanginstallation, Media Art und Social Sculpture aktiv.
www.wechsel-strom.net/

fritz widhalm
geb. 1956 in feichsen, nö, lebt als autor in wien. mitglied der grazer autorinnen autorenversammlung und der austrian filmmakers coop. bücher (zuletzt): „heute. ein letztes buch“, klever verlag 2016 und „meistens sind wir einfach soso lalalala“, (gem. m. ilse kilic), edition ch 2019. www.dfw.at/

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