
Flyermotiv und -gestaltung: jörg piringer
Fotogalerie
folgt nach dem Festival
Festivalprogramm

Unter dem Motto »logotopia« – einem Hybrid aus ›Logos‹ und ›Utopia‹ – widmet sich die diesjährige Ausgabe der räume für notizen der Frage, wie eine Sprache der Zukunft aussehen kann. Vor dem Hintergrund einer zunehmend von Chatbots, Fake News und Hatespeech geprägten Entwertung von Sprache und Bild schafft das Festival einen vielsprachigen und vielstimmigen Begegnungsraum der transmedialen Poesie, in dem der imaginierte »Wort-Ort« im Zusammenwirken von Wort, Bild und Klang durch die Mitwirkenden auf vielfältige Weise poetisch kartografiert und damit konkretisiert wird. Ausstellung: Kunsttankstelle Ottakring & galerie wechselstrom, 28.1.–7.2., www.wechsel-strom.net.
Günter Vallaster
Alte Schmiede – Literarisches Quartier, Literaturprogramm Januar/Februar 2026:
26.1.26: Natalie Deewan, Hartmut Abendschein, Elza Javakhishvili in der Alten Schmiede
27.1.26: Laura Nußbaumer, Max Höfler, Katalin Ladik in der Kunsttankstelle Ottakring
30.1.26: Partnerveranstaltung – räume für notizen: Gerhard Rühm
7.2.26: Jörg Zemmler, Volodymyr Bilyk (Videobeitrag) in der Kunsttankstelle Ottakring
Das Veranstaltungsprogramm auf wechsel-strom.net
Montag, 26.1.2026, 19.00 Uhr
Alte Schmiede | Schönlaterngasse 8, 1010 Wien
NATALIE DEEWAN, HARTMUT ABENDSCHEIN, ELZA JAVAKHISHVILI
NATALIE DEEWAN setzt mit Lucida Console meets Logotopia (or was it Logotypia?) den Auftakt: Lucida Console hat zu allem was zu sagen. Du fragst sie: Lucida, erzähl mir was über die Sprache der Zukunft! Und schon legt sie los … während sie spricht und spricht, blitzen am Wegesrand diverse Logos auf – was haben die wohl zu bedeuten? Hat sie mich (oder dich?) am Ende (oder gar schon am Anfang?) falsch verstanden?
HARTMUT ABENDSCHEIN transformiert in Upcycling. Neue Textobjekte aus alten Texten und Medien Rohstoffe wie Found Text & Literature, Retromedia, Forgotten Poetry, Gebrauchstexte in lesbare Artefakte.
ELZA JAVAKHISHVILI präsentiert ihr Lautgedicht Unvollendete Poesie, in dem die Sprachen Georgisch und Deutsch zusammen einen unverwechselbaren Rhythmus kreieren und ihre charakteristischen Sprachmelodien entfalten.
Moderation: Jörg Piringer
Dienstag 27.1.2026, 19.00 Uhr
Kunsttankstelle Ottakring | Grundsteingasse 45-47, 1160 Wien
LAURA NUSSBAUMER, MAX HÖFLER, KATALIN LADIK
LAURA NUSSBAUMER zeigt in ihrer Text-Bild-Performance »Fast so etwas wie Kunst« – Kunst gegen KI, dass KI alles kann – sich verfahren, Fakten fälschen und auf Zeitschriften posieren –, aber ein Glas Wein fast überlaufen lassen, das können nur echte Künstler*innen.
In MAX HÖFLERS Beitrag soll in nur 20 Minuten nichts weniger als alles erfasst werden: ein allumfassendes Beispiel kompletter Literatur.
KATALIN LADIKS Performance Foreign Substance – The Transformations of Remembering macht Erinnerung als akustischen und visuellen Raum erfahrbar: Bilder, Stimmen und Klänge kollidieren, überlagern sich und formen aus dem ›Fremdstoff‹ der Erinnerung eine offene, unvollendete Symphonie.
Moderation: Renate Pittroff
Ausstellung Kunsttankstelle Ottakring
Dienstag 27.1.2026, 18.00 Uhr: Eröffnung
Öffnungszeiten: Mittwoch 28.1.2026 – Samstag 7.2.2026, jeweils 16.00-20.00 Uhr
Ausstellende: HARTMUT ABENDSCHEIN / TOMOMI ADACHI / VOLODYMYR BILYK / PETER DANIEL / NATALIE DEEWAN / THOMAS FEUERSTEIN / MAX HÖFLER / ELZA JAVAKHISHVILI / THOMAS J. JELINEK / KATALIN LADIK / THOMAS LAUBENBERGER-PLETZER / DELPHINE LÉGER / GERTRUDE MOSER-WAGNER / ULRICH NAUSNER / LAURA NUSSBAUMER / JÖRG PIRINGER / RENATE PITTROFF / ANDREAS STRAUSS / CHRISTOPH THEILER / GÜNTER VALLASTER / PETER PAUL WIPLINGER / JÖRG ZEMMLER
Galerie wechselstrom, Grundsteing. 44-46, 1160 Wien:
Werke aus der grafischen Sammlung der Galerie wechselstrom
Freitag 30.1.2026, 20.00 Uhr
Kunsttankstelle Ottakring | Grundsteingasse 45-47, 1160 Wien
Partnerveranstaltung – räume für notizen: GERHARD RÜHM
GERHARD RÜHM präsentiert redeschwall nachtigall. poetische texte.
Eine Veranstaltung der galerie wechselstrom mit freundlicher Unterstützung der Konrad Bayer Gesellschaft Wien
Samstag 7.2.2026, 19.00 Uhr: Finissage
Kunsttankstelle Ottakring | Grundsteingasse 45-47, 1160 Wien
JÖRG ZEMMLER, VOLODYMYR BILYK (Videobeitrag)
JÖRG ZEMMLER präsentiert Neueste Südtiroler Landeskunde – wie es vielleicht war, wie es dazu kam: »Jörg Zemmler erdichtet schlau und mit viel Witz die Herkunft der Südtiroler Ortsnamen neu« (Natasa Konopitzky, Ö1).
VOLODYMYR BILYKS visuelle Gedichte Detournement Crusade basieren auf vorgefundener Typografie, insbesondere von Jazz-Alben und Bauhaus-Design. Die Gedichte Quietus of Inflatus wurden mit generativer KI visualisiert und bilden altmodische Typografie und Buchdruck-Ästhetik nach.
Moderation: Günter Vallaster
Ausstellung in der Kunsttankstelle Ottakring
Mit Werken von: Hartmut Abendschein, Tomomi Adachi, Volodymyr Bilyk, Peter Daniel, Natalie Deewan, Thomas Feuerstein, Max Höfler, Elza Javakhishvili, Thomas J. Jelinek, Katalin Ladik, Thomas Laubenberger-Pletzer, Delphine Léger, Gertrude Moser-Wagner, Ulrich Nausner, Laura Nußbaumer, Jörg Piringer, Renate Pittroff, Andreas Strauss, Christoph Theiler, Günter Vallaster, Peter Paul Wiplinger, Jörg Zemmler
Galerie wechselstrom, Grundsteing. 44-46, 1160 Wien:
Werke aus der grafischen Sammlung der Galerie wechselstrom
Vernissage: Di. 27.01.2026, 18.00 Uhr
Öffnungszeiten, Mi. 28.01. – Sa. 7.02. jeweils 16-20 h
Dokumentation folgt nach dem Festival
Kurzbiographien
HARTMUT ABENDSCHEIN, *1969 in Schwäbisch Hall, lebt in Bern; Autor, Verleger der edition taberna kritika. Found Literature, Bricolages, Hybrides und Konzeptuelles sind Ausgangspunkte für sein exploratives Schreiben. Zuletzt (u.a.): TetrisYoga (2024).
VOLODYMYR BILYK, *1991, lebt in Kyjiw; Autor, Übersetzer, bildender Künstler, Soundproduzent, Video-Künstler, Filmsammler, Mitherausgeber der Extreme Writing Community.
NATALIE DEEWAN, *1978, praktiziert Literatur im städtischen und ländlichen, öffentlichen und veröffentlichten Raum; in Buchform zuletzt (u.a.): Lucida Console – ein Translatorium Maximum (2022).
MAX HÖFLER, *1978, lebt in Graz. Dissertation über eine Post-Wittgenstein’sche Ästhetik. Zuletzt: Alles über alles – oder warum (2023).
ELZA JAVAKHISHVILI, *1981 in Sighnaghi/Georgien, lebt in Berlin; Performerin, visuelle Dichterin, Lyrikerin; studierte Film und Fernsehregie in Tbilissi (Georgien) und Dortmund. Gedichte in dt. Übersetzung erschienen in EDIT (Nr. 91/2024).
KATALIN LADIK, *1942 in Novi Sad, lebt in Budapest, Novi Sad, auf Hvar (Kroatien). Dichterin, Stimm- und Performance-Künstlerin. Pionierin der visuellen und konkreten Poesie sowie der experimentellen Vokalkunst; Teilnahme an der documenta 14 (2017).
LAURA NUSSBAUMER, *1997; dey unterrichtet neben dem Studium Kunst und Englisch an der Mittelschule. Blackout Poetry, Prosa, Lyrik, Schreibworkshops. Zuletzt: Riesendisteln beißen nicht. Roman (2023).
JÖRG PIRINGER, *1974; Mitglied des Instituts für transakustische Forschung und des Gemüseorchesters, arbeitet in den Lücken zwischen Sprachkunst, Musik, Performance, poetischer Software. Zuletzt: verbrenner (2025).
RENATE PITTROFF, *1963; Regisseurin; Arbeiten in den Bereichen akustische Kunst, experimentelles Theater, Medienkunst und Social Sculpture.
GERHARD RÜHM, *1930, Schriftsteller, Radiokünstler, Komponist, Zeichner, Collagist, Performancekünstler, Interpret seiner Werke. Werkausgabe 2005f. im Parthas Verlag, seit 2010 bei Matthes & Seitz.
CHRISTOPH THEILER, *1959; Kompositionen für Kammermusik, Orchester, elektronische Musik; Arbeiten für Hörspiel, Kunstradio. Klanginstallationen, Media Art, Social Sculpture; zuletzt: Operation (CD, 2022).
GÜNTER VALLASTER, *1968; Autor, Hg. der edition ch, Kurator; zuletzt: Jukebox (2016).
JÖRG ZEMMLER, *1975, lebt in Seis (Italien). Literatur, Musik, Film, Bilder. Zuletzt: Neueste Südtiroler Landeskunde. 116 Dorf- und Stadtstiche (m. Zeichnungen des Autors; 2023).